Masthähnchen

Im Mai sind 11 Masthähne über ein Tierheim bei uns gelandet. Zuvor hatte das Vet-Amt die Herren aus privater Haltung beschlagnahmt. Wohl wissend, dass diese armen überzüchteten Wesen kein langes Leben vor sich haben, gaben wir ihnen im alten Pferdeanhänger einen Hospizstall. Es kam aber anders als gedacht, denn es handelt sich wohl gar nicht um Turbo-Mähnchen, wie in der Massentierhaltung, sondern um eine robustere Bauernmastrasse. Krank sind sie trotzdem. Sie haben Ballenabzesse, weil ihr Gewicht für die Füße zu viel ist, das Herz kommt mit der restlichen Körpermasse nicht hinterher. Die Jungs bringen bis zu 7 Kilo auf die Wage. Verdammt. 

 

Aufgrund von fiesen Kämpfen zogen im September zwei Hahnen-Duos auf andere Lebenshöfe. Zu zweit scheint sich die Rangordnung leichter zu klären. Wir danken dem Lebenshof Anam Cara und der Krachmachermühle für ihre Hilfsbereitschaft. Dennoch leben von den 11 mittlerweile nur noch 8. Davon 5 bei uns auf dem Hof. Wenn diese freundlichen Vögel verletzt sind, ist es sehr schwer, sie wieder auf die Beine zu kriegen. Der Körper macht dann einfach nicht mehr mit. Wir sind froh, dass die drei - kleiner Bär, Werner und Gerhard - trotzdem noch eine schöne Zeit bei uns hatten. 

 

Kaum ein Mensch hat je ein Masthähnchen live gesehen, berührt, sich von ihm und seiner Geschichte berühren lassen. Vielleicht hat es ja etwas Gutes, dass sie bei uns ein bisschen mehr Reichweite bekommen und für ihre Brüder und Schwestern ein gutes Wort bei den Menschen einlegen. #friendsnotfood