Zwei Tage nach Monchens Kaiserschnitt, mit dem wir vor genau zehn Jahren unseren Emilio in die Welt holten, kam am Donnerstag, dem 11.06.2026 endlich Selinas langerwartetes Kälbchen Elio zur Welt.
Genau an der Stelle, an der vor knapp einem Jahr unser Barny gestorben ist...
Der Tag war sehr stressig und aufregend, denn Elio wollte nicht selbständig trinken. Das Wetter war extrem ekelig, kalt und immer wieder heftige Schauer.
Also holten wir Selina und Elio hoch in den Stall. Ludger trug den Kleinen in seinen Armen hoch und dabei erlebten wir am eigenen Leibe, was eine Kuh durchmacht, der man das Kälbchen wegnimmt.
Erst im Stall merkten wir, dass Selinas Euterchen nicht so arbeitet wie es sollte und Elio garnicht trinken konnte, weil zuerst einfach gar keine Milch kam und später nur aus den beiden rechten Zitzen.
Dann kam unser Tierarzt mit ganz viel Geduld und dem vollen Programm, Milch bei Selina abgemolken, zusätzlich Kolostrum besorgt und Elio mit der Nuckelflasche gefüttert. Zum Glück hat Elio riesigen Appetit gehabt und gut genuckelt. Sein Saugreflex ist jedenfalls in Ordnung.
So langsam ruckelt sich das Leben mit unserem kleinen Kälbchen ein.
Es bilden sich Tagesstrukturen heraus und der klitzekleine Elio wächst und gedeiht.
Der Tierarzt musste noch mal kommen, aber nach der Behandlung ging es steil bergauf mit dem kleinen Schätzchen. Inzwischen haben wir von Kolostralmilch auf Milchaustauscher umgestellt. Anfangs hat Elio davon mehr als 4 Liter an einem Tag weggesüppelt, den Tag danach aber ab Mittags garnichts mehr getrunken.
Allerdings nuckelt er auch immer wieder bei Selina und wir wissen natürlich nicht, wieviel er von ihr bekommt. Jedenfalls nicht genug und so trinkt Elio auch immer wieder bei uns aus der Nuckelflasche. Die Sorge um den Kleinen wird immer weniger.
Während Selina weder die Hunde, noch die Ponys oder die anderen Rinder nah an Elio lässt, ist sie uns gegenüber unfassbar kooperativ und fordert uns geradezu auf, ihm seine Flasche zu geben. Dafür sind wir wirklich sehr sehr dankbar, denn das ist absolut nicht selbstverständlich.
Elio zeigt jetzt schon, dass er ein sehr selbstbewusstes Wesen ist. Er macht sehr deutlich, wenn ihm was nicht passt oder er einfach keinen Hunger hat. Wenn er aber hungrig ist, läuft er hinter uns und seiner Nuckelflasche her. Zum Glück trinkt er trotzdem zusätzlich immer wieder bei seiner Mama Selina, so dass eine Fehlprägung auf uns nicht zu befürchten ist.
Normalerweise hätte Elio spätestens an seinem 7. Lebenstag seine Ohrmarken bekommen müssen. Damit wird eine Stanze aus dem Ohr geschossen und diese Probe wird auf BVDV (bovine Virusdiarrhoe) untersucht. Natürlich sind wir ohnehin nicht begeistert von den Ohrmarken, aber bei Elio kommt noch hinzu, dass sie viel größer sind als seine kleinen Ohren. Zum Glück konnte Marion mit unserem VetAmt vereinbaren, dass wir erstmal keine Ohrmarken setzen müssen und die BVDV Untersuchung übers Blut erfolgen darf.
Unser veganer Mitbringbruch am 31.05.2026 war wieder ein voller Erfolg. Mit fast 140 lieben Menschen haben wir den Tag genossen, gelacht und viel zu viel gegessen.
Unsere Tiere haben sich gefreut und waren trotz der vielen Menschen entspannt und teilweise auch extrem kuschelbedürftig.
Es gab so viel leckeres Essen und auch wenn wir es mittlerweile gewohnt sind, ist es jedes Jahr auch für uns immer wieder spannend, wieviel unterschiedliche und superleckere Speisen gezaubert wurden. Nächstes Jahr wünschen wir uns auf den Zetteln mit den Zutaten auch die Kontaktdaten, damit wir an die Rezepte kommen.
Das Programm kam auch sehr gut an:
Wir bedanken uns auch an dieser ganz herzlich bei allen Helfer*innen, ohne die dieses Ereignis nie stattfinden könnte. Es wurde tagelang vorbereitet, viel auf- und abgebaut und der Tag mit viel Einsatz begleitet.
Vielen Dank an Alle die gekommen sind und diesen Tag wieder wunderschön haben werden lassen.
Dieser Einzug war mit vielen Hindernissen verbunden.
Die Initiative Lebenstiere bekam eine Anfrage für ein junges Zwergzebu. Der kleine Furby suchte ein neues Zuhause. Seine Herde sollte aufgelöst oder zumindest verkleinert werden und für Furby war die Schlachtung vorgesehen. Seine Mutter hatte ihn verstoßen und er war mit der Flasche aufgezogen worden. Eine engagierte Helferin, die ihr Pferd dort untergebracht hatte, kümmerte sich um Furby und fragte über Umwege nach einem Lebensplatz. Wir sagten zu.
Zusätzlich fragten wir beim abgebenden Betrieb, ob es noch eine ältere Zebukuh in der Herde gibt, die ihnen am Herzen liegt und die sie ablösefrei mit auf die Reise zu uns schicken möchten. Die gab es. So bekam Zebukuh Selina auch eine Platzzusage bei uns.
Doch kurz vor dem Umzug wurde das Gebiet, wo Furby und Selina wohnten, zum Sperrgebiet erklärt, weil in der Umgebung die Blauzungenkrankheit ausgebrochen war. Die beiden durften also nicht zu uns.
Eine Impfung, mit der sie hätten reisen können, war nicht verfügbar. Also hieß es Warten.
Doch dann wurde das Sperrgebiet ausgeweitet und unsere Region gehört nun auch dazu.
Von Sperrgebiet zu Sperrgebiet ist ein Umzug erlaubt und so konnten die beiden nun auf Stoppels offenem Lebenshof einziehen.
Furby hatte obendrein am 21.03. Geburtstag. Er ist jetzt ein Jahr alt! Selina ist möglicherweise tragend, so dass evtl. noch ein Zebukalb geboren wird.
Nun sollen sie in Ruhe ankommen. Beide suchen noch liebe Patenmenschen. Interessenten können sich dazu gerne bei der Initiative Lebenstiere melden.
Wir freuen uns sehr, dass diese beiden tollen Seelen jetzt bei uns leben.
Vielleicht wollt Ihr mal nachschauen?
Unsere Schützlinge, ob klein oder groß, freuen sich über Eure Unterstützung.
Nach Finjas Tod waren wir natürlich sehr traurig und wirklich fassungslos angesichts Yunas Trauer. Sie war untröstlich und rief immer wieder nach ihrer Freundin. Schon Anfang November war Marion auf Pedro aufmerksam geworden, für den ein neuer Lebensplatz gesucht wurde, weil auch er alleine zurückgeblieben war. Damals hatten wir noch abgesagt, weil ein neues Pony für Finja zu der Zeit einfach zu viel gewesen wäre.
Jetzt aber rief Marion wieder bei Pedros Eigentümerin an. Sie suchte immer noch einen Platz für ihn und dann ging alles rasend schnell.
Montag besuchte Marion Pedro, lernte ihn kennen und innerhalb von 30 Sekunden waren die Beiden ineinander verliebt. Schutzvertrag gemacht, Zugfahrzeug und Anhänger organisiert und nachdem
unsere Hufpflegerin ihm dort vor Ort noch schnell die Hufe bearbeitet hatte, stieg er schon am Dienstag ohne Probleme ein. Wir glauben er wusste, dass alles gut wird und er nicht mehr allein sein
muss.
Am 22.12.2025 kam er dann bei uns an und es wurde sofort klar, dass das alles eine glückliche Fügung für alle war. Denn Yuna und er verstanden sich auf Anhieb und wir haben einen
echten Schatz ergattert.
Wir halten Euch auf dem Laufenden.
