"Einschlafen dürfen, wenn man müde ist. Eine Last fallen lassen dürfen, die man lange getragen hat, das ist eine tröstliche, eine wunderbare Sache.“ (Hermann Hesse)
Der Name Töggur kommt aus dem Isländischen und bedeutet „der Zähe“. Du hast diesem Namen alle Ehre gemacht. Wir haben dich in Würde auf deinen letzten Weg geleitet. So wie es dir gebührt. Auch wenn unsere Herzen schwer waren, so sahen wir, dass deine Kräfte schwanden.
Töggi, 40 Jahre alt bist du geworden. Vor sechs Jahren bist du auf unserem S-O-L Stoppels offener Lebenshof eingezogen. Als du ankamst, hattest du kaum noch Zähne aber dafür riesigen Hunger. Es hat gedauert, bis du verstanden hast, dass dein Futterbottich immer gefüllt ist und du dich jederzeit satt essen konntest. Mit der Zeit wurdest du in der Hinsicht auch entspannter, jedoch auch immer anspruchsvoller. Ständig hat sich das Hofteam neue Futtermischungen überlegt, weil dir nicht alles schmeckte. Zuletzt hat dein Appetit immer mehr abgenommen, was uns auch verdeutlichte, dass dein Abschied nahte.
Du wurdest auf Island geboren, der rauhen Insel aus Feuer und Eis. Dann holte man dich mit großen Erwartungen nach Deutschland. Du solltest ein Turnierpferd werden. Doch du hast keinen auf deinem Rücken geduldet. Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass du das "Kissing Spines Syndrome" hattest, einen Engstand der Wirbelkörper, die schmerzhaft aneinander gieben, wenn sich Menschen auf deinen Rücken setzten. So wurdest du als unreitbarer Beisteller an eine Frau vermittelt, die einen Gefährten für ihr Islandpferd suchte. Dort bliebst du bis dein Pferdekumpel starb. Deine Menschengefährtin war sehr krank und konnte dir und deinen Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden. Daher bat sie uns um einen Platz für dich. Zuletzt hast du dich immer mehr an unserem Islandpferd Brandur orientiert, weil deine eigene Sehkraft abgenommen hat. Dennoch bist du täglich mehrere Kilometer über die Weide gewandert, warst so selbstbestimmt wie es noch ging und hast den Menschen immer gezeigt, was du gerade wolltest.
Dann lagst du immer mehr und tatest dich immer schwerer mit dem Aufstehen. Mal hat es geklappt, mal musste das Hofteam dich mit Hilfe von Gurten und dem Hoftraktor hochheben. Deine eigenen Aufstehversuche waren mit immer mehr Anstrengung und oft mit mehreren Anläufen für dich verbunden. Alle um dich herum, schauten nach dir und gaben alles, um dir dein Alter noch so angenehm wie möglich zu gestalten. Doch dein Blick war müde geworden und die Kräfte schwanden. Auch für dich war es nicht schön, nach deinen Ruhephasen immer mehr Probleme mit dem Aufstehen zu haben. Wir sprachen mit unserer Tierärztin und entschieden gemeinsam, dass wir dich nach 40 bewegten Lebensjahren aus Liebe und Achtung vor dir erlösen lassen. Mit einem tiefesn Seufzer hast du dich verabschiedet.
Du hattest ein schönes Leben bei uns und wurdest stets würdevoll betreut. Jetzt bist du mit deinen voran gegangenen Gefährten vereint und kannst wild und frei durch die Wolken galoppieren.
„Elfen im Nebel, deinem Wald, Tanzen durch Schatten, wo Träume beginnen. Verborgen in der Dämmerung, vom Menschen unsichtbar, Verloren im Zauber Islands. Komm und tanz mit ihnen, wild und frei.
(Dieser schöne Nachruf wurde überwiegend von Julya Dünzl von unserem Dachverein Initiative Lebenstiere e.V. geschrieben).
Liebe Finja, wir haben gewusst, dass deine Tage gezählt sind. Doch wir hätten sie am liebsten bis in die Unendlichkeit gezählt. Du bist gegangen und unsere Welt ist zerbrochen.
Am 17.12.2025 ist unsere kleine Finja friedlich eingeschlafen.
Damit endete Finjas Leben, um das wir in den letzten sieben Jahren immer wieder gekämpft hatten.
Finja kam 2010 zu uns als wir noch heilpädagogisches Reiten angeboten hatten. Ihre Vorgeschichte liegt ziemlich im Dunkeln, aber ein gutes Leben hatte sie sicher nicht. Zuletzt war sie nicht gerade zartfühlend als Fahrpony ausgebildet worden und hatte furchtbare Angst vor der Gerte, vor Besen und hektischen Bewegungen. Sie war auch partout nicht zu bewegen, gemeinsam mit unserem Moritz die Kinderkutsche zu ziehen. Wir hatten sie liebevoll als „kleinen Drachen“ bezeichnet. Sie liebte Kinder aber über alles und war dann halt ohne Kutsche im Einsatz.
Sie bekam immer wieder Hufreheschübe und es hat leider ziemlich lange gedauert bis wir kapiert hatten, dass sie Cushing hat. Es begann eine sehr langwierige Behandlung, in deren Verlauf wir nicht nur einmal ernsthaft überlegt hatten, den kleinen Drachen einschläfern zu lassen.
Mit Hilfe unserer Tierärztin, unseren damaligen Hufpflegerinnen, speziellen Hufschuhen und sehr teuren Medikamenten sowie allerbester Pflege konnten wir sie über die letzten Jahre soweit stabilisieren, dass sie wieder glücklich und schmerzfrei leben konnte.
Wir sind jedenfalls sicher, dass es richtig war, Finja weder 2018, noch bei den nachfolgenden drei Terminen einschläfern zu lassen, denn sie hatte in den ganzen sieben Jahren immer wieder lange schmerzfreie Zeiten, war sehr mobil und lebte zufrieden und bestens versorgt mit ihrer Herde.
Im September 2021 ist dann die zuckersüße kleine Shettystute Yuna bei uns eingezogen. Sie kam zu uns, da wir nach dem Tod unserer anderen Therapiepferde nach einer Freundin für Finja gesucht hatten. Finja hat sie hell wiehernd begrüßt und dann sind die beiden erstmal durch den ganzen Paddock getrabt (was für Finjas linken Vorderhuf vielleicht gut, vielleicht aber auch schlecht war). Schon kurze Zeit später riefen sich die beiden gegenseitig laute Suchrufe zu und kamen dann gemeinsam zum Mittagessen an die Heuraufe im Kuhstall. Die Beiden hatten sich schnell verstanden, wurden ein Herz und eine Seele, wobei Finja das Zepter im Hof innehatte. Das hatte sie erst nach Annabells Auszug übernommen und fortan erkannten wir die kleine Dame kaum noch wieder.
Ihre neu erworbenen Führungsqualitäten hat sie auch immer wieder aufs Neue bewiesen. Töggur, unser mittlerweile 40 Jahre altes Islandpferd, ist Oktober 2021 bei uns eingezogen. Die Vergesellschaftung mit Finja und Yuna verlief turbulent. Finja war genauso zickig zu ihm wie Annabell es immer zu ihr war, und sie hat ihm schnell klargemacht, dass sie die Chefin ist. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie bestimmt, wann wer wo lang geht.
Finja bekam wegen ihrer kaum noch vorhandenen Zähne und ihres Cushings dreimal täglich zu fest gelegten Zeiten spezielles, sehr teures zuckerarmes Futter, ihr Heu wurde gewässert und für ihre Medikamente mussten wir uns immer mehr Tricks ausdenken, weil sie alles, was nur ganz entfernt nach ihren Tabletten roch, komplett verweigerte und notfalls eben gar nichts mehr aß. Immer wieder hatte sie - zum Teil wirklich heftige - Reheschübe, sie bekam Fußbäder, ihre Hufe wurden in sehr kurzen Abständen bearbeitet, im letzten halben Jahr sogar alle zwei Wochen. Jahrelang trug sie zum Schutz ihre Hufschuhe. Es wurden regelmäßig Röntgenbilder angefertigt und ihr ACTH-Wert bestimmt.
Sie hielt uns immer auf Trab, sie war so gegenwärtig und präsent, wie ein absolut gesundes Tier es vielleicht nicht mal sein kann.
Bei unserem vorletzten Hufpfleger durfte sie dann irgendwann überhaupt nicht mehr raus, nicht mal in unseren Paddock, wo wirklich kaum Gras steht.
Leider hatten wir erst sehr spät kapiert, dass diese von ihm verordnete absolute Diät gepaart mit mangelnder Bewegung und gähnender Langeweile nichts verbessert hat. Wir dachten halt immer, dass die zunehmenden Verschlechterungen auf Grund ihrer Erkrankung sozusagen naturgegeben waren. Dass ihre inzwischen angefertigten Trachtenzwangshufe und auch die deshalb nicht mehr sitzenden Hufschuhe der Grund für immer wieder neue Schübe sein könnten, schwante uns zwar, aber leider hatten wir uns auf den Fachmann verlassen.
Eines Tages – als wir nach der allmorgendlichen Lüftungspause - ihr wieder ihre Schuhe anziehen wollten, zeigte sie uns deutlich, dass sie die nicht mehr anhaben wollte, in dem sie einfach ganz schnell weglief.
Finja hat uns vor allem gelehrt, dass es viele, gut arbeitende Spiegelneuronen, Empathie und vor allem auch Bewusstheit für die leisen Signale eines Tieres braucht, um ihm gerecht zu werden und seine Wünsche zu erfüllen. Wenn es Finja an einem niemals gefehlt hat, war das ihr ungebrochener Lebenswille.
Als im Juli 2025 wieder Mal das Thema Einschläfern bei uns, aber nicht bei Finja anstand, wendete sich das Blatt. Wir fanden eine neue Hufpflegerin, die überzeugt davon ist, dass ein großer Teil der Stoffwechselerkrankungen bei Pferden von nicht sachgemäßer Hufbearbeitung herrührt. Ihre Bearbeitung, aber auch ihr Ansatz, dass Finja wieder raus und alles, was sie wollte, knabbern durfte, bescherte Finja nach langer Zeit des sehr eingeschränkten Platzes, Bewegungs- und Futterangebotes endlich wieder ein wunderbares, artgerechtes und glückliches letztes halbes Jahr.
Dass sie Finja nicht endgültig retten konnte, war zwar von Anfang an so gut wie klar, dafür war vorher - vor allem in den letzten anderthalb Jahren – zu viel schiefgelaufen. Aber Finja konnte monatelang wieder schmerzfrei laufen und ein selbstbestimmtes Ponyleben führen.
Dann allerdings kamen die Hufgeschwüre zum Vorschein, die durch den Trachtenzwangshuf und auch die deshalb nicht mehr richtig sitzenden Hufschuhe lange, lange quasi eingesperrt waren und ihr immer wieder Schmerzen verursacht hatten. Während die ersten Geschwüre noch abheilten, kamen immer wieder neue, bis schließlich fast der ganze Kronrand um den rechten Huf komplett entzündet war. Finja zeigte in ihrer letzten Nacht dann auch zum ersten Mal, dass sie schlimme Schmerzen hatte und selbst auch nicht mehr weiterkämpfen wollte. Bei allen anderen Terminen, die wir vorher für sie gemacht hatten, um sie einzuschläfern, war das ganz anders. Auch wenn es ihr schlecht ging, war ihr Lebenswille immer ungebrochen. Nur unsere inzwischen ganz feinen Antennen für dieses Pony und unsere Bereitschaft, ihren Willen zu berücksichtigen, gaben immer wieder den Ausschlag, die Termine wieder abzusagen.
Am 17.12.2025 haben wir sie einschläfern lassen, nachdem sie in den 15 Jahren, in denen sie bei uns war, uns jeden Tag freudig angegrummelt, uns aber auch zunehmend sehr viele Sorgen gemacht und noch mehr Fürsorge abverlangt hat.
Mit Finjas Tod ist unsere ganze Tagesstruktur, die sich über die Jahre entwickelt hatte, zusammengebrochen. Das war zunächst sehr verwirrend, aber inzwischen merken wir erst, wie sehr unser Finjchen unser Leben bestimmt hat und wie viel leichter das Leben hier auf dem Hof ohne ein schwerkrankes Tier ist. Dennoch:
Wir vermissen sie sehr.
Besonders wurde sie aber von ihrer Freundin Yuna vermisst, die Finjas Isolation und Futterentzug ja die ganze Zeit mitmachen musste. Ihre Trauer und ihre verzweifelten Rufe nach Finja waren für uns kaum zu ertragen. Wir haben schnell gehandelt und Pedro gefunden. Yuna und er haben sich auf Anhieb verstanden (seine Geschichte könnt Ihr auf der Seite „Aktuelles 2026“ nachlesen).
Unsere Borussia ist gestorben. Welche Worte könnten sie je beschreiben?
Sie kam mit 7 anderen geretteten Legehennen im April 2023 zu uns. Normalerweise wäre ihre von der Eierindustrie geplante Lebenszeit damals schon im Schlachthof zu Ende gegangen. Aber Stark für Tiere e.V. hat sie rausgeholt und Borussia hat all ihre Kolleginnen bei weitem überlebt. Diese acht Hühner trugen alle einen schwarzen Ring (als Kennzeichen für diese Rettung) und bekamen außerdem noch einen weiteren farbigen Ring für sich als Individuum.
Der Name Borussia war wegen ihres zweiten gelben Rings eigentlich nur als Übergangsname gedacht, aber ihr erster Pate blieb als eingeschworener Fan von Borussia Dortmund dabei.
Im letzten Herbst 2025 fiel uns auf, dass sie kaum noch etwas sehen konnte. Wir holten sie rein und pflegten sie den ganzen Winter über.
Borussia war schon immer überall da zu finden, wo Menschen waren. Genau wie Lieschen und Barny wurde sie immer mehr zu einem Wahrzeichen unseres Hofes. Sie hat sehr vielen Menschen gezeigt, welch starken Charakter und welch außergewöhnliche Persönlichkeit ein Huhn haben kann. Sie kam gerne auf den Schoß und ließ sich kraulen. Sie installierte feste Rituale, die täglich wiederholt werden mussten.
Nachdem sie eine Schichtei-OP überstanden hatte, wurde sie ein richtiges Haushuhn. Sie kam abends immer selbst die Treppe hoch und setzte sich vor unsere Tür, wenn wir sie nicht früh genug rein geholt hatten. Sie hörte auf ihren Namen und kam immer angerannt, wenn wir sie riefen. Sie wurde hormonell behandelt, um die Produktion weiterer Eier zu unterbinden. Leider ist sie nicht das erste Huhn, das trotzdem weiter Eier produziert hat. An ihren letzten Tagen hatte sie mehrfach Krampfanfälle, aus denen wir sie aber rausholen konnten.
Beim letzten hat das nicht mehr geklappt und Borussia ist am 01.09.2025 in Marions Armen gestorben. Es war kein schöner Tod.
Ihre Obduktion ergab, dass sie wieder voll mit Schichteiern war, die wahrscheinlich auf ihr Nervensystem gedrückt hatten und das trotz regelmäßiger hormoneller Behandlung.
Uns war ja klar, dass auch sie nicht ewig leben wird und ihre nächste Schichtei-OP war schon geplant, aber es war zu spät.
Borussia fehlt. Sie
war ein einzigartiges Huhn und wir werden sie niemals vergessen, aber sie hat wieder Mal gezeigt, wie pervers die industrielle Tierzucht ist.
Diese allgegenwärtige Qualzucht kann aus Tieren Produktionsmaschinen machen, sie kann sie dazu verdammen ohne Ende Eier, Milch oder Fleisch zu produzieren, viel mehr als ihr Körper leisten kann. Aber das Individuum, den Charakter, die sozialen Bedürfnisse kann sie nicht beeinflussen. Denn Tiere sind keine Produktionsmaschinen, sie sind Persönlichkeiten mit Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen wie wir.
Hier war es still. Wir haben erst jetzt die Kraft für den Nachruf zu unserem Barny.
"Ich lebte ein erfülltes Leben. Ich habe wirklich nichts ausgelassen. Aber was wichtiger, viel wichtiger ist. Ich habe es auf meine Art getan.“ (Frank Sinatra)
Barny, wie kann es sein, dass sich die Welt weiterdreht, ohne dich? Du warst gerade einmal drei Wochen alt, da fanden wir dich in einem Milchbetrieb. Kleiner als ein neugeborenes Kalb, ganz verloren und schwer krank. Für dich lohne sich noch nicht einmal die Mast haben sie gesagt. Als Bullenkalb warst du dem Betrieb nichts wert. Doch wir schlossen dich ins Herz, holten dich da raus und legten dir die Welt zu Füßen. Zunächst gaben wir dich in die Obhut der lieben Melanie vom Lebenshof Wilde Hilde, die auch gerade ein Kalb aufgenommen hatte. Vom ersten Tag an kämpften alle um dein Leben. Du hattest Lungenprobleme, ein schwaches Herz und einen sensiblen Verdauungstrakt. Doch die hingebungsvolle Fürsorge und dein unbändiger Lebenswille sorgten dafür, dass du immer stabiler wurdest. Alle anderen wurden immer größer und stärker. Nur du bist nicht gewachsen. Bei Rangeleien lagst du auf dem Boden mit heraushängendem Darm. Keine Herde schien dort so richtig für dich zu passen.
So holten wir dich zu uns, wo wir gerade eine Zwergenherde mit kleinwüchsigen Rindern eröffneten. Zusammen mit deiner kleinen Rinderfreundin Layla hast du dich gut eingelebt und auf einmal begannst du zu einem stattlichen, starken Ochsen zu wachsen. Du wirktest so fit, dass wir dich zusammen mit Layla von der kleinen Päppelherde in eine unserer größeren Herden integrieren wollten. Doch da spielte dein sensibler Darm verrückt und wir mussten dich in die Klinik bringen. Das Klinik-Team diagnostizierte ein Reizdarmsyndrom. Du hast auf Stress sofort mit Darmproblemen reagiert. Also ging es wieder zurück in die kleine, stressarme Päppelgruppe, wo du dich wohl gefühlt hast.
Mit deinem umwerfenden Charme und deinem sanften Wesen hast du so viele Herzen erobert. Du hast es geliebt, dich inmitten der Menschen zu positionieren, dich zu uns zu legen und streichelnde Hände zu genießen. Du hast so vielen Menschen gezeigt, wie feinfühlig, liebenswert und facettenreich Rinder sein können. Wenn jemand auf die Weide kam, um zu musizieren, hast du direkt das Instrument unter die Lupe genommen, statt nur den Klängen zu lauschen. Du hast alles auf deine unnachahmliche, einzigartige Barny-Art getan. Niemand sonst konnte Kuhfladen wie ein Kunstwerk positionieren.
Du wurdest gemalt, warst Fotomodell, T-Shirt Muhtiv und so oft die Hauptperson in Hofberichten. Immer wieder drehte sich alles um dich. Im Winter hattest du dein eigenes Abteil mit Extrafutterservice, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.
Mitte Mai 2025 fielen dann Geräusche in der Luftröhre auf, du hattest Probleme mit dem Wiederkäuen und wolltest noch nicht mal deine Apfelstücke essen. Zwei verschiedene Tierärzte waren da, haben dich behandelt und du bekamst Medikamente. Es schien dir wieder besser zu gehen. Vier Wochen später, lagst du auf einmal im Stall und konntest nicht mehr aufstehen. Wieder kam der Tierarzt, du bekamst Infusionen und Medikamente. In der Nacht bist du wieder aufgestanden, über die Weide spaziert und lagst dann wieder woanders. Dein Zustand war weiterhin kritisch.
Weil du nicht aufstehen konntest, konnten wir dich nicht in die Klinik bringen. Wir begannen eine Intensivbetreuung, die du trotz allem sehr genießen konntest. Der Tierarzt war zwei Mal am Tag da. Du bekamst Infusionen, Schmerzmittel, Antibiose, Leinsamen und einiges mehr. Dein Herz war schwach, doch dein Lebenswille war stark. Tag und Nacht hattest du Betreuung. Wir sorgten bei den heißen Temperaturen für Kühlung, positionierten Zelt und Sonnenschirm immer so um, dass du Schatten hattest, sorgten dafür, dass du genug isst und trinkst, pflückten dir Wiesenkräuter und organisierten Heulage. Wir lagerten dich mehrmals täglich um, was einen enormen Kraftaufwand erforderte. Mit allen Mitteln kämpften wir um dein Leben. Jeden Tag überlegten wir, ob wir dich einschläfern lassen oder weiterkämpfen. Immer wenn wir dich gehen lassen wollten, gab es wieder Lichtblicke, die uns davon abhielten. Der Tierarzt vermutete ein Geschwür, das eine Bauchfellentzündung verursacht hatte, die aber wieder heilen könne.
Am Sonntagabend den 22.06.2025 hatte sich dein Zustand weiter gebessert. Dein Pansen lief wieder richtig rund, nur das Herz war weiterhin schwach. Unser Doc lobte die gute Betreuung und wir hatten wieder mehr Hoffnung.
In der Nacht verschlechterte sich dein Zustand jedoch wieder. Um vier Uhr morgens, baten wir unseren Tierarzt zum Hof zu kommen. Kurze Zeit später bist du mit einem tiefen Seufzer am 23.06. für immer eingeschlafen. Es war als stürze die Welt ein. Zehn Jahre durften wir dich begleiten. Unsere Liebe für dich bleibt für immer.
Barny, bis zu den Sternen und zurück haben wir dich lieb.
Danke an alle, die Barny begleitet und ihm ein würdevolles Leben ermöglicht haben.
Barny, du fehlst so sehr!
Am 24.03.2025 mussten wir unsere Seelenkuh Lieschen einschläfern lassen.
Sie war nicht mehr in der Lage alleine aufzustehen. Sie ist friedlich aus dem Leben geglitten, während wir ihr Fell gestreichelt haben.
Wie lässt sich Sprachlosigkeit in Worte fassen? Welche Töne bleiben uns, um die Stille zu ertragen? Der Hof wird niemals mehr derselbe sein. Weil unsere Blicke nicht mehr deine treffen. Weil sich unsere Hände nicht mehr in deinen Locken verlieren.
Weil du es bist, die fehlt.
Fast hätte dich der Tod schon vor vielen Jahren eingeholt. Mit einem heranwachsenden Leben in dir, solltest du in den Schlachttransporter einsteigen. Deine Retterin Marion ging dazwischen und überzeugte gemeinsam mit dem Viehhändler deinen Landwirt davon, dass du und dein ungeborenes Kalb es verdient haben, zu leben. Schon vorher war dein Leben turbulent. Weil du bei deiner Mutter nicht trinken konntest, zogst du zu einem Pferd in die Box und hieltest dich kurzerhand selbst für eines.
Es dauerte, bis du dich auf andere Rinder einlassen konntest. Dein neues Zuhause bei Marion wurde zu S-O-L Stoppels Offener Lebenshof und du zu einer Lebenskuh. Mit deiner beeindruckenden Persönlichkeit, nahmst du nicht nur vielen Menschen die Angst vor Kühen, sondern hast so vielen direkt den Kopf verdreht, gabst Denkanstöße, warst in der Zeitung und im Fernsehen und hast für viele die Welt aus den Fugen gehoben.
Du brachtest Menschen dazu, auch Kühe zu achten, zu lieben und mit ganz anderen Augen zu sehen. Dabei hast du durchaus selbst bestimmt gezeigt, was du möchtest und was nicht. So mochtest du es am liebsten dich im Bereich zwischen den Hüfthöckern massieren zu lassen. Deine Tochter Lola mag das ebenfalls.
In letzter Zeit bekamst du außerdem Extra-Seniorenpflege. Zusatzfutter und Physiotherapie haben dir gut getan. Du bekamst außerdem eine Schmerzbehandlung, um die Arthrose abzumildern. Lieschen, du hast trotz deines zunehmenden Alters so gern noch die Weideflächen erkundet und dir oft die am weitesten entfernten Sträucher für deine Siesta ausgewählt. Zuletzt bist du dann doch immer weniger weit gelaufen, hast es dir jedoch trotzdem nicht nehmen lassen, Hofgäste persönlich zu begrüßen und Massageeinheiten einzufordern.
Als nun der Tag kam, an dem du nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen konntest, war uns klar, dass wir keine Hebeversuche starten, sondern es Zeit wurde, loszulassen. Doch was die Vernunft diktierte, musste das Herz erstmal begreifen. „Denn alles von mir liebt alles von dir, Liebe deine Kurven und all deine Kanten, Deine ganze perfekte Unvollkommenheit“, heißt es in dem Lied „Cause all of me loves all of you“ von (John Legend), das wir für Dich ausgesucht haben.
Du bist sanft mit tierärztlicher Hilfe aus dem Leben entschwunden. Fast 20 Jahre alt bist du geworden.
Lieschen, wir wünschen dir eine gute Reise hinter die Sterne, kuschle dich in die Wolken, sause über die Himmelswiesen und sei dir sicher, dass wir bis in alle Ewigkeit von dir erzählen, dich über alle Dimensionen hinweg lieben und für immer in unseren Herzen tragen werden.
Und noch ein paar Worte von mir, Annette, weil Du meine Seele so berührt hast:
Ich bin sehr traurig aber auch sehr glücklich, dass ich Dich großartige Persönlichkeit kennen lernen durfte. Du hast mir so viel gezeigt und gegeben.
Du fehlst mir ganz schrecklich, auch wenn Du natürlich nie ganz weg sein wirst.
Liebes Lieschen, vielen lieben Dank für Deine Zuneigung und Dein Vertrauen. Du hast mein Leben verändert und ich wünsche Dir für Deinen neuen Abschnitt alles Liebe.
Ich werde Dich nie vergessen.
