Babette

Am 18. Juli 2025 ist Babette zusammen mit Malina bei uns eingezogen. 

 

Wir waren überglücklich, als die beiden heil bei uns angekommen sind. Und gleichzeitig fassungslos. Diese beiden Kühe sollten fast zweieinhalb und fast drei Jahre alt sein. Selbst Barny, der im Alter von zwei Jahren zum Weiterpäppeln auf unseren Hof kam, war nicht sooo winzig. Das einzige, was an diesen Tieren groß war, sind die Ohren.

 

Die Geschichte der Beiden macht traurig, wenn sie jetzt ein glückliches Ende bei uns auf dem Hof gefunden hat. Die Beiden kommen aus einem Betrieb, der vom Veterinäramt aufgelöst wurde. Der Landwirt war schon seit längerer Zeit überlastet, was sich in den Haltungsbedingungen der Tiere widerspiegelte, und somit war ein Weiterbestand der Rinderhaltung nicht möglich.

 

Da das Amt die Tiere möglichst gewinnbringend unterbringen muss, ist der Weg für Rinder in einem solchen Fall in der Regel der Schlachter. Unsere beiden Neuankömmlinge hätten fast das gleiche Schicksal ereilt, wären sie nicht so klein.

 

Unglaublich aber wahr, sie sind beide schon zwei Jahre alt. Die lange Mangelversorgung hat dazu geführt, dass sie kaum gewachsen sind und so waren sie einfach für Landwirte und den Schlachter nicht lukrativ genug. Das Veterinäramt hat sich dann für die beiden ins Zeug gelegt und sich auf die Suche nach einem Lebensplatz gemacht, damit sie es endlich schön haben. So fragten sie bei der Initiative Lebenstiere an. Da uns in 2025 zwei Seelenkühe, Lieschen im Februar und Barny im Juni, verlassen haben, war Platz vorhanden. Somit konnten die zwei schüchternen Mädels bei uns einziehen.  

 

Wir konnten es wirklich nicht fassen, dass die beiden schon so alt sein sollten. Sie wirkten wie 6 Monate alte Kälber. Sie waren noch nie draußen, haben nie frisches Gras gegessen und nie in der Sonne gelegen. Sie kennen nichts als einen dunklen Verschlag, der so hoch mit einer Mistmatratze „eingestreut“ war, dass sie schon fast an die Decke stießen und runterspringen mussten, um in ihr neues Leben zu ziehen. Diese Bedingungen haben sicherlich dazu beigetragen, dass sie nicht nur körperlich, sondern auch geistig extrem zurückgeblieben sind und bei uns jetzt alles von Anfang an lernen müssen. Wir geben ihnen alle Zeit die sie dazu brauchen.   

 

Unser Tierarzt hat direkt zu Beginn sich die Beiden angeschaut und jeweils ein großes Blutbild gemacht und Kotproben wurden ins Labor geschickt. Beide hatten Auffälligkeiten in der Lunge und Malina auch auffällige Herzgeräusche.

 

Blutbild und Kotuntersuchungen ergaben weitere Baustellen und Auffälligkeiten. So hatten die beiden Kokzidien und einige Mängel. Das ist mittlerweile alles beseitigt und es geht ihnen gut. 

 

Sie haben sich prächtig eingelebt. Anfänglich waren sie noch sehr schüchtern und zurückhaltend, was aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen auch absolut verständlich war. Mit Hilfe unserer anderen Kühe, insbesondere von der quirligen Anjali, wurden sie immer mutiger, haben den kompletten Hof erkundet, genießen und fordern auch mittlerweile ihre Streicheleinheiten.     

 

Wir hoffen, dass ihr euch genauso freut wie wir, diese beiden Glückspilze in ihr neues Leben begleiten zu dürfen.

 

Sie haben schon ein paar Paten, können aber noch weitere Unterstützung gebrauchen. Daher würden wir uns sehr darüber freuen, wenn jemand über die Initiative Lebenstiere eine Patenschaft übernehmen oder uns mit einer Einmalspende helfen würde.